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IKEA bringt ein Kult-Sofa nach 50 Jahren zurück – Designfans stürmen die Läden.

Person legt Papier auf gelbes Sofa, daneben ein Tisch mit Schallplattenspieler und Lampe, Sonnenlicht fällt durchs Fenster.

Sie kennen seinen Namen nicht, nur seine Silhouette, dieses leicht retrohafte Gefühl von Geborgenheit. Und dann taucht es eines Tages wieder auf … ganz oben in Ihrem Feed. Genau das ist gerade mit einem IKEA-Sofa passiert, das seit einem halben Jahrhundert aus dem Sortiment verschwunden war – wiederbelebt wie ein Star auf Comeback-Tour.

Vor der Eröffnung eines IKEA-Markts am Stadtrand bildet sich eine Schlange. Nicht wegen schwedischer Köttbullar, nicht wegen des Babybetts im Angebot. Die ersten Kundinnen und Kunden steuern direkt auf eine Wohnzimmerecke in fast schon siebzigerjahrehaften Farben zu, die Augen fixiert auf ein niedriges, üppiges, seltsam vertrautes Sofa. Man hört „My grandmother had this!“ und „This is the one from that Tumblr post!“. Menschen um die dreißig machen Selfies, Paare setzen sich „nur mal zum Ausprobieren“, Interior-Stylistinnen zücken schon das Handy zum Filmen. Da passiert etwas – zwischen Teppichboden und günstigen Lampen. Und es geht nicht nur um Kissen.

Denn dieses Sofa kommt von sehr weit her.

IK EAs Kultsofa kehrt von den Toten zurück

Was Designfans fast durch die blau-gelben Türen rennen lässt, ist simpel: IKEA hat ein Kultsofa zurückgebracht, das vor rund 50 Jahren aus dem Katalog verschwand. Ein niedriges, tiefes Möbelstück aus den wilden, experimentellen Jahren der Marke – neu aufgelegt mit heutigen Stoffen und Komfortstandards. Das ist kein Sofa, auf das man sich einfach nur setzt. Man lässt sich fallen, man versinkt, man macht es sich breit.

Die Silhouette ist pures Retro: wuchtige Armlehnen, großzügige Polster, Beine kaum sichtbar – als würde das ganze Teil den Boden umarmen. Und dennoch sind die Linien klar genug, um in einer minimalistischen Wohnung zu funktionieren, ohne nach „Vintage-Cosplay“ zu schreien. Genau diese Mischung aus Nostalgie und Zurückhaltung lässt Instagram durchdrehen. Es wirkt wie ein Standbild aus einem italienischen 70er-Jahre-Film … nur dass man es per Click & Collect bestellen kann.

IKEA hat nicht einfach nur eine staubige Archivschublade geöffnet. Diese Neuauflage kommt in einem Moment, in dem sich viele Möbel mit Geschichte wünschen – nicht bloß einen Produktcode. Designforen jagen dieses Modell seit Jahren, vergleichen alte Katalogscans, entdecken es in körnigen Fotos von Studentenbuden aus den Siebzigern. Secondhand-Preise für alles, was ähnlich ist, sind leise explodiert. Der schwedische Riese hat die Stimmung gelesen: Statt dem nächsten anonymen „modernen“ Sofa hinterherzulaufen, greift er in die eigene Vergangenheit und macht aus einem vergessenen Entwurf ein Hero-Piece. Unerwartet – und ein kleines Statement.

Der Hype begann nicht im Laden, sondern online. Einige Wochen vor dem Launch entdeckten Adleraugen ein mysteriöses, niedriges Sofa in einem IKEA-Fotoshooting. Jemand zoomte hinein, matchte es mit einer Katalogseite aus den 1970ern und postete den Vergleich auf Reddit. Innerhalb von Stunden war der Thread voll mit Kommentaren wie „Warte, ist das das OG-Sofa?“ und „IKEA, spiel nicht mit meinen Gefühlen.“ Home-Decor-TikTok griff es auf; ein paar Design-Accounts schnitten die Bilder mit alten Filmszenen und Moodboards zusammen.

Als IKEA den Relaunch dann still bestätigte, klingelten in manchen Märkten die Telefone bereits heiß. Mitarbeitende erzählten von Kundinnen und Kunden, die mit ausgedruckten Screenshots auftauchten und fragten: „Haben Sie das schon?“ In einigen Ländern entstanden Wartelisten noch vor dem Verkaufsstart. Ein Filialleiter sagte der Lokalpresse, so viel Aufregung um ein Sofa habe es seit den frühen Klippan-Tagen nicht mehr gegeben. Dieser Kultstatus wurde nicht von einer Marketingkampagne gebaut. Er entstand aus jahrelanger, leiser Obsession – die plötzlich grünes Licht bekam.

Dahinter steckt auch eine tiefere Logik. Wir leben in einer Zeit, in der „Neuheit“ sich ein bisschen abgenutzt anfühlt – besonders bei Fast-Furniture, die nach zwei Umzügen schlecht dasteht. Indem IKEA ein Design zurückholt, das Jahrzehnte von Geschmackswechseln überstanden hat, sendet die Marke ein Signal: Herkunft kann genauso stark sein wie Innovation. Fans lesen das als leises Versprechen, dass dieses Sofa keine Eintagsfliege ist. Wenn es in einer 1974er Einzimmerbude gut aussah und 2026 in einem Loft immer noch funktioniert, das ist die echte Nachhaltigkeit. Und IKEA kann dabei das eigene Archiv feiern – etwas, das Luxusmarken seit Langem tun – mit einem Preisschild, das nicht in eine Museum-Boutique gehört.

Wie man wirklich mit einem Kult-Retro-Sofa lebt

Die Versuchung ist groß, wenn man so ein Stück endlich bekommt: das Wohnzimmer in einen Schrein zu verwandeln. Tun Sie’s nicht. Am besten funktioniert ein Kult-Retro-Sofa, wenn man es wie ein ganz normales Sofa behandelt … mit ein bisschen Respekt für seinen Charakter. Beginnen Sie damit, den Raum um Höhe und Tiefe herum zu denken. Dieses Modell sitzt niedrig und lädt zum Lümmeln ein – Couchtisch und Beistelltische sollten es nicht überragen.

Wählen Sie ein oder zwei Begleiter, die seine Ära zitieren – vielleicht eine geschwungene Stehlampe oder ein schlichtes Eichen-Sideboard – und lassen Sie alles andere ruhig bleiben. Weiße Wände, ein Teppich mit Struktur, ein einzelner Statement-Print. Oft reicht das schon. Denken Sie an das Sofa wie an den Leadsänger einer Band: Es braucht Begleitmusiker, keine weiteren Diven. Auch Licht ist wichtig. Warme, diffuse Lampen schmeicheln den runden Formen und lassen den Stoff gerade abends satter wirken.

Seien wir ehrlich: Niemand renoviert jeden Tag sein ganzes Wohnzimmer wegen eines einzigen Möbels. Wenn das Sofa also in einem Raum landet, der schon „Sie“ ist, besteht der Trick darin, Stile zu verbinden statt sie gegeneinander arbeiten zu lassen. Wenn Sie sehr minimalistisch wohnen, setzen Sie eine kräftige Kissenfarbe ein, die sich an anderer Stelle wiederholt – in einem Bücherstapel, einer Vase, einem Überwurf. Wenn Ihr Zuhause ohnehin maximalistisch ist, wählen Sie am Sofa eine ruhige, einfarbige Polsterung und lassen Muster auf Decken und Kissen stattfinden.

Ein praktischer Hinweis, den Design-Instagram gern vergisst: Messen Sie Türen, Treppenhaus und diese fiese enge Ecke im Flur. Dieses Modell ist großzügig – und Altbauten können gnadenlos sein. Manche Käufer berichten, sie hätten Haustüren ausgehängt oder Flurregale demontiert, nur um es hinein zu bekommen. Und wenn Sie Haustiere oder Kinder haben: Denken Sie über dunklere, verzeihendere Stoffe nach. Verschütteter Saft und Katzenkrallen passieren – auch bei Kultobjekten.

Was langjährige IKEA-Fans immer wieder sagen: Die Magie solcher Klassiker zeigt sich erst richtig, wenn man sie ein bisschen „lebt“. Die ersten Wochen kann es fast zu perfekt wirken, leicht steif. Dann kommen Filmabende, Nickerchen, Sonntags-Scroll-Sessions, jemand schläft mitten in der Serie ein – und die Polster werden an den richtigen Stellen weicher. Dann ist das Sofa nicht mehr „die berühmte Neuauflage“, sondern der Ort, zu dem alle automatisch hinziehen.

„Ich habe drei Monate auf dieses Sofa gewartet, und am ersten Abend haben wir darauf Take-away gegessen – direkt aus der Box. Kein fancy Reveal, keine gestylten Fotos. Und da habe ich verstanden: Der Sinn eines Kultdesigns ist, benutzt zu werden, nicht verehrt.“

Damit es sich entspannt und nicht stressig anfühlt, hilft es, Pflege als kleines Ritual zu sehen – nicht als Aufgabenliste.

  • Drehen Sie die Kissen alle paar Wochen, damit der „Lieblingsplatz“ nicht durchhängt.
  • Einmal pro Woche mit einem Handstaubsauger Krümel und Staub entfernen.
  • Flecken schnell mit lauwarmem Wasser und einem weichen Tuch abtupfen, nicht hart reiben.
  • Einen waschbaren Überwurf auf den meistgenutzten Sitz legen, ohne das Design zu verstecken.
  • Mindestens 30 cm Abstand zwischen Sofa und direkten Wärmequellen lassen.

Warum dieses Sofa-Comeback einen Nerv trifft

Bei diesem Relaunch geht es nicht nur um einen schönen Sitzplatz. Er berührt etwas Leiseres: den Wunsch nach Kontinuität in einer Welt, die sich alle fünf Minuten aktualisiert. Viele Fans, die das Original nie in echt gesehen haben, sprechen darüber, als wären sie damit aufgewachsen – weil sie mit Bildern dieser Zeit aufgewachsen sind: Fotoalben der Eltern, alte Magazine, Filme, Pinterest-Boards. Die Neuauflage zu besitzen fühlt sich an, als würde man in eine Szene treten, die man jahrelang nur von außen betrachtet hat.

Es hat auch etwas seltsam Tröstliches, ein Stück zu kaufen, das schon ein „Leben“ vor einem hatte. Auch wenn es neu produziert ist: Das Design selbst wurde bereits getestet – von anderen Körpern, in anderen Wohnungen, mit anderen Geschichten. Das nimmt ein wenig die Angst vor „Werde ich das in fünf Jahren noch mögen?“. Die Antwort liegt still bereit: Menschen mochten es vor fünfzig Jahren. Menschen jagten ihm auf Auktionsseiten hinterher. Die Form überstand all die Trends, die dazwischen kamen und gingen.

Für IKEA öffnet das einen spannenden Weg. Wenn sich dieses Sofa so verkauft, wie erste Zahlen nahelegen, wird es nicht die letzte Wiederauferstehung sein. Fans fragen bereits nach bestimmten Sesseln, Regalsystemen, sogar Leuchten aus alten Katalogen. Das könnte verändern, wie wir über erschwingliche Designmarken denken: nicht nur als Orte für das, was diese Saison „in“ ist, sondern als Archive, aus denen man schöpfen kann – aus Jahrzehnten statt aus Monaten. Das Kultsofa ist dann mehr als ein Produkt: Es ist ein Testballon. Und zu beobachten, wie schnell es Pinterest-Boards und ganz normale Wohnzimmer füllt, sagt viel darüber, was wir gerade wirklich von unseren Möbeln wollen.

Vielleicht wirken die Bilder der Neuauflage deshalb ein wenig emotional, obwohl es nur PR-Shots sind: ein niedriges orange-braunes Sofa am Fenster, ein Plattenspieler auf dem Beistelltisch, ein offenes Buch auf der Armlehne. Es verkauft keine Perfektion. Es verkauft einen Raum, in dem das moderne Leben – mit all seinen Tabs und Benachrichtigungen – für ein paar Minuten langsamer werden darf. Eine kleine, gepolsterte Zeitmaschine mitten im Wohnzimmer.

Wie immer werden Menschen darüber streiten, ob eine Massenmarke überhaupt „Kult“-Objekte verkaufen kann. Andere werden auf Qualität verweisen, auf Langlebigkeit, darauf, wie viele Umzüge ein Flatpack-Gestell überlebt. Am Ende könnte das Maß aber viel alltäglicher sein: Wie viele Gespräche beginnen. Wie viele Gäste am Ende „nur für heute Nacht“ darauf schlafen. Wie viele Erinnerungen sich zufällig an diesem niedrigen, ein bisschen zu bequemen Sitz festhaken.

Der eigentliche Spaß beginnt, wenn der erste Ansturm vorbei ist und das Sofa leise in den Alltag einsickert. Das Nach-der-Arbeit-Hineinfallen mit einer Schüssel Pasta. Das Kind, das die Armlehne zu seinem privaten Leseplatz erklärt. Der Freund, der es aus dem Haus seiner Großeltern erkennt und Ihnen plötzlich eine Geschichte erzählt, die Sie noch nie gehört haben. Das ist die heimliche Superkraft von Möbeln mit Vergangenheit: Sie starten Gespräche, von denen Sie nicht wussten, dass Sie sie brauchen.

Vielleicht war das der Grund für das Rennen, die Wartelisten, die explodierenden Secondhand-Suchen in dem Moment, als der Relaunch bestätigt wurde. Nicht, weil die Welt noch ein IKEA-Sofa gebraucht hätte. Sondern weil dieses hier mit einem kleinen Koffer voller Geschichte ankam – bereit, sich langsam in unseren Wohnzimmern auszupacken. Und das fühlt sich, in einer Welt, die ständig refresht, merkwürdig erdend an.

Kernpunkt Detail Nutzen für Leserinnen und Leser
Ursprungsgeschichte Neuauflage eines niedrigen IKEA-Sofas aus den 1970ern mit Kultstatus Hilft zu verstehen, warum sich der Hype anders anfühlt als bei einem typischen neuen Launch
Styling zu Hause Retro-Form mit ruhigem Umfeld und warmem Licht ausbalancieren Gibt praktische Ideen, wie das Sofa in echten Wohnungen funktioniert – nicht nur im Showroom
Emotionaler Anker Mischt Nostalgie, Komfort und Alltag statt reiner „Designobjekt“-Aura Erleichtert die Entscheidung, ob es zur eigenen Lebensweise passt

FAQ:

  • Ist das exakt dasselbe Sofa, das IKEA vor 50 Jahren verkauft hat? Silhouette und Geist sind sehr nah dran, aber Materialien, Komfort sowie Sicherheitsstandards wurden für heutige Wohnungen aktualisiert.
  • Wird es in allen Ländern verfügbar sein? IKEA rollt Neuauflagen meist schrittweise aus; Verfügbarkeit und Stoffoptionen können je nach Markt variieren.
  • Ist die neue Version wirklich hochwertig oder nur nostalgisches Marketing? Frühe Käufer berichten von solider Verarbeitung und Komfort – es bleibt jedoch ein erschwingliches Flatpack-Möbel, kein handgefertigtes High-End-Sofa.
  • Wie viel Platz brauche ich für dieses Sofa? Es ist niedrig, aber sehr tief; auch kleine Räume können es schaffen, wenn andere Möbel leicht wirken und rundherum Luft bleibt.
  • Geht es schnell aus der Mode? Niemand kann Geschmack vorhersagen – aber dass das Design bereits 50 Jahre Trendwechsel überstanden hat, ist ein gutes Zeichen.

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