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Dieser einfache Tipp hilft, im Winter typische Kopfschmerzen durch Dehydrierung zu vermeiden.

Eine Hand reicht eine dampfende Tasse Tee, daneben eine Karaffe mit Wasser, Zitrone und Salz auf einem Tisch vor einem Fenste

Der Kopfschmerz kommt leise – wie ein Dimmer, der das Licht in deinem Gehirn herunterdreht.

Du bist drinnen, die Heizung brummt, der Laptop ist aufgeklappt, vielleicht hast du einen Wollpullover bis unters Kinn gezogen. Draußen hat der Himmel die Farbe von Spülwasser. Du gibst dem Bildschirm die Schuld, dem Wetter, dem Stress. Du trinkst einen Kaffee, reibst dir die Schläfen, scrollst am Handy und sagst dir, das sei nur „Wintermüdigkeit“.

Ein paar Stunden später ist dein Nacken steif, die Augen brennen, und dein Kopf pulsiert mit diesem vertrauten Winterpochen. Du kippst ein Fenster auf, schiebst die Brille hoch, wirfst eine Schmerztablette ein, nimmst dir vor, heute früher ins Bett zu gehen. Der Kopfschmerz lässt etwas nach – und kommt am nächsten Tag wieder, und am übernächsten, wie eine nervige Kollegin, die einfach keinen Hinweis versteht.

Der seltsame Teil? Du schwitzt nicht, du gehst kaum raus. Du würdest schwören, dass du nicht „dehydriert“ bist. Und genau da legt der Winter dich herein.

Warum der Winter dir immer wieder Kopfschmerzen beschert

Die meisten Menschen denken, Dehydrierung gehört in den Juli, nicht in den Januar. Man stellt sie sich als sonnenverbrannte Tourist*innen und Plastikflaschen am Strand vor – nicht als Büros, Heizkörper und Wollsocken. Dabei ist der Winter gnadenlos für deinen Wasserhaushalt. Kalte Luft enthält weniger Feuchtigkeit, und Innenraumheizung zieht den Rest heraus. Die Haut fühlt sich gespannt an, die Lippen reißen, und dein Gehirn protestiert still.

Dazu kommt: Durstsignale schlafen bei sinkenden Temperaturen halb ein. Du hast weniger Lust zu trinken – also tust du es einfach nicht. Das Ergebnis ist eine unterschwellige, ganztägige Trockenheit, die nie zum Notfall wird, aber stetig an deinem Wohlbefinden knabbert. Und einer der ersten Orte, an denen sich das zeigt, ist dein Kopf.

Schau dich im Januar in einem Großraumbüro um, und du siehst das Muster. Menschen reiben sich die Schläfen, dehnen den Nacken, lehnen sich im Stuhl zurück, kneifen die Augen vor dem Bildschirm zusammen. Jemand greift in die Schublade nach Ibuprofen. Jemand anderes holt Augentropfen heraus. Fast niemand greift zu einem Glas Wasser. An einem grauen Dienstagnachmittag riecht die Luft nach Kaffee, Staub und Erschöpfung. Es wirkt normal – und genau das ist das Problem.

Studien stützen, was unsere Körper uns die ganze Zeit sagen wollen: Schon leichte Dehydrierung – wir reden von 1–2 % des Körpergewichts – kann Kopfschmerzen auslösen oder verstärken, besonders Spannungskopfschmerzen und Migräne. Im Winter schleicht sich diese leichte Dehydrierung über kleine Gewohnheiten ein: lange heiße Duschen, volle Heizleistung, endlose Tassen Kaffee und Tee ohne Wasser dazwischen. Du merkst nicht, dass du Durst hast, weil dein Mund nicht trocken ist. Dein Gehirn merkt es trotzdem.

Dein Gehirn ist in Flüssigkeit gebettet und braucht ein stabiles Gleichgewicht aus Wasser und Salzen, um gut zu funktionieren. Wenn sich dieses Gleichgewicht verschiebt, verändert sich das Blutvolumen, Gefäße können sich verengen oder erweitern, und schmerzempfindliche Strukturen im Kopf reagieren. Dann kommt das dumpfe Band über der Stirn, der Druck hinter den Augen oder das einseitige Pochen. Es ist natürlich nicht immer die einzige Ursache. Aber es ist ein stiller Verstärker.

Der einfache Trink-Trick, der im Winter wirklich funktioniert

Der effektivste Winter-Trink-„Hack“ ist keine App, kein Supplement und kein exotisches Elektrolytpulver. Es ist eine langweilige, fast peinlich einfache Gewohnheit: Jede Wärmequelle wird mit einem Glas Wasser gekoppelt. Heizung an? Glas Wasser. Wasserkocher an? Glas Wasser. Dusche läuft? Glas Wasser, bevor du reingehst.

Dieses Koppeln funktioniert, weil dein Gehirn Abkürzungen liebt. Es ist schlecht in zufälligen guten Vorsätzen wie „trink mehr Wasser“, aber gut in kleinen Routinen, die an Dinge gekoppelt sind, die du sowieso tust. Wärme ist der rote Faden des Winterlebens: Zentralheizung, heiße Getränke, heiße Bäder, Föhn, Heizlüfter. Wenn jede Wärmequelle automatisch „ein kleines Glas trinken“ auslöst, hängt deine Flüssigkeitszufuhr nicht mehr von Willenskraft ab, sondern wird zur Gewohnheit.

Praktisch heißt das: Stell dir ein kleines Glas oder eine Flasche dorthin, wo die Wärme „wohnt“ – neben die Kaffeemaschine, ans Waschbecken im Bad, auf den Nachttisch nahe dem Heizkörper, auf den Schreibtisch unter den Luftauslass. Du musst nicht literweise kippen. 150–200 ml pro Moment reichen. Ziel ist gleichmäßige Hintergrund-Hydration, keine heroischen Challenges.

Die meisten behandeln Trinken im Winter wie einen Neujahrsvorsatz: groß, vage, bis Februar gescheitert. „Ich trinke ab jetzt zwei Liter am Tag.“ Und dann passiert das Leben: Meetings, Kinder, Deadlines, kalte Wege. Die Flasche bleibt halbvoll und verschwindet irgendwann in einer Tasche. Seien wir ehrlich: Das macht wirklich niemand jeden Tag.

Das Schöne am „Wärme + Wasser“-Trigger: Er passt in müde, echte Tage. Du wirst ohnehin Kaffee machen. Du wirst ohnehin die Dusche anstellen. Das ist dein Moment. Kleine, unheldenhafte Schlucke, drei- bis sechsmal am Tag, reichen, um deine Basis von „leicht ausgetrocknet“ zu „unauffällig gut“ zu verschieben. Manche merken innerhalb einer Woche, dass der typische Nachmittagskopfschmerz kleiner wird. Andere stellen einfach fest, dass sie um 17 Uhr weniger ausgelaugt sind.

Was viele ausbremst, ist Alles-oder-nichts-Denken. Sie lassen ein paar Gläser aus und entscheiden dann, der Trick „funktioniert nicht“. Oder sie ersetzen Wasser komplett durch Kräutertee und wundern sich, warum der Schlaf durch ständige Toilettengänge leidet. Sei freundlich zu dir. Du verdrahtest Gewohnheiten um, die über Jahre aus Wintern, Bildschirmen und Heizkörpern entstanden sind.

„Stell dir Wintertrinken vor wie das Aufdrehen eines leisen, stetigen Wasserhahns – nicht wie den Versuch, in einem panischen Rutsch einen Eimer zu füllen“, sagt eine Hausärztin aus London, mit der ich gesprochen habe. „Dein Gehirn hasst Extreme. Es mag sanfte, konsequente Fürsorge, über die es nicht jeden Tag mit dir verhandeln muss.“

Damit der Trick lächerlich leicht einzuhalten ist, helfen ein paar Leitplanken:

  • Klein anfangen: 100–150 ml pro „Wärmemoment“ sind besser als null; kleine Siege sind immer noch Siege.
  • Koffein im Blick behalten: Kaffee und starker Tee zählen teilweise als Flüssigkeit – aber im Wechsel mit Wasser ist es kopffreundlicher.
  • Auf den Kopf hören: Wenn Kopfschmerzen nach einer Woche regelmäßiger Schlucke nachlassen, stimmt dein Körper für die Gewohnheit.

Auf einer tieferen Ebene geht es weniger darum, „brav“ zu sein, sondern darum, die Geschichte zu ändern, die du dir erzählst. Statt „Ich bin schlecht im Wassertrinken“ wird es: „Jedes Mal, wenn ich nach Wärme greife, greife ich auch nach Erleichterung.“ Eines Tages ertappst du dich dabei, wie du auf den Wasserkocher wartest, das Glas schon halb leer – und merkst, dass der Trick leise Wurzeln geschlagen hat.

Den Winter anders erleben, wenn der Kopf nicht wehtut

Es gibt eine subtile Verschiebung, wenn Winterkopfschmerzen nicht mehr selbstverständlich sind. Morgen fühlen sich weniger wie ein Kampf mit dem eigenen Schädel an und mehr wie ein langsamer, verhandelbarer Start. Bildschirme wirken weniger feindselig. Der Raum sieht gleich aus – derselbe graue Himmel, derselbe staubige Heizkörper – und doch flüstert dein Körper nicht mehr ständig Beschwerden im Hintergrund.

Du nimmst auch andere kleine Entscheidungen anders wahr. Vielleicht kippst du zehn Minuten das Fenster, weil die Mischung aus frischer Kälte und warmem Becher plötzlich gut statt hart wirkt. Vielleicht merkst du, dass der dritte Kaffee nur Gewohnheit war, nicht Bedarf, und tauschst ihn ab und zu gegen warmes Wasser mit Zitrone. Kleine Anpassungen, ja. Aber sie summieren sich. Der Kopfschmerz, der früher automatisch kam, beginnt sich optional anzufühlen – nicht unvermeidlich.

Und wenn eine Person im Haushalt oder im Büro damit anfängt, breitet es sich oft aus. Jemand fragt, warum du das Glas neben dem Wasserkocher stehen hast. Du zuckst mit den Schultern und sagst: „Hat meine Winterkopfschmerzen gekillt.“ Die Person probiert es, halb skeptisch. Eine Woche später gibt sie zu, dass das 15-Uhr-Tief milder ist. Das ist kein Wellness-Performance-Theater. Das ist Überleben in einer Jahreszeit, die jede Person leise auslaugt, die den ganzen Tag drinnen sitzt.

Kernpunkt Detail Nutzen für Leser*innen
Wasser an Wärme koppeln Ein kleines Glas trinken, jedes Mal wenn du eine Wärmequelle nutzt Macht Trinken automatisch – ohne Zusatzaufwand
An „gleichmäßige Schlucke“ denken 150–200 ml mehrmals am Tag, keine riesigen Mengen auf einmal Senkt Kopfschmerzrisiko und Energietiefs
Wintergewohnheiten beobachten Heizung, heiße Duschen und Koffein trocknen dich unauffällig aus Hilft, versteckte Kopfschmerz-Trigger zu erkennen und zu beheben

FAQ

  • Wie schnell kann Trinken meine Winterkopfschmerzen verbessern? Manche spüren einen Unterschied schon nach ein bis zwei Tagen, aber eine spürbar stabile Veränderung zeigt sich meist nach etwa einer Woche mit regelmäßigen kleinen Schlucken.
  • Brauche ich im Winter wirklich zwei Liter Wasser pro Tag? Nicht als starre Regel. Orientiere dich lieber an hellgelbem Urin und weniger Kopfschmerzen, statt einer bestimmten Zahl hinterherzujagen.
  • Zählen Tee und Kaffee zur Flüssigkeitszufuhr? Ja, teilweise – besonders, wenn sie nicht extrem stark sind. Trotzdem lohnt es sich, im Tagesverlauf immer wieder auch pures Wasser einzubauen.
  • Was, wenn ich den Geschmack von stillem Wasser nicht mag? Gib Zitrus-, Gurken- oder Beerenscheiben dazu oder einen kleinen Schuss Saft. Leichter Geschmack ist völlig okay, wenn es dir hilft, regelmäßig zu trinken.
  • Sollte ich mir Sorgen machen, wenn meine Kopfschmerzen nicht besser werden? Wenn Winterkopfschmerzen trotz besserer Flüssigkeitszufuhr häufig oder stark bleiben, sprich mit einer Ärztin oder einem Arzt, um Migräne, Augenbelastung, Blutdruckprobleme oder andere Ursachen auszuschließen.

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